Hunde
Katzen
Persönliches:
Meine bisherigen Tiere sind mir alle irgendwie "zugefallen" . Da ich aber
nicht an Zufall glaube, wurde mir langsam bewusst, dass jedes
dieser Tiere mit seinem speziellen Charakter auch eine Herausforderung für mich
war und ist. Mein Bedürfnis, mehr zu verstehen, wurde durch sie
immer stärker. Sie waren und sind meine besten Lehrer und haben mir langsam,
manchmal auch schmerzlich,
meinen Weg gezeigt: Lisa und Tiger: zwei
Katzengeschwister-Welpen, die ich mit der Flasche aufzog. Tiger war eines Tages
plötzlich verschwunden u. kam nie wieder. Lisa blieb 12
Jahre bei mir, bis zu unserem Umzug, durch den sie sehr
unglücklich wurde. Nach ihrem ersten Freigang im neuen Zuhause war sie verschwunden, trotz aller
Suche. Durch Lisa erfuhr ich, daß Tiere viel mehr sein können als
nur Gesellschafter, sie war meine beste Freundin aber die Bindung zu ihrer
gewohnten Umgebung war stärker. Es sind diese Geschichten mit ungewissem Ausgang, die uns oft noch
Jahre verfolgen... Bonny: wurde mit ihren Geschwisterchen in einer
Mülltonne gefunden. Sie wurde zu einer wunderhübschen, in sich gekehrten,
feinen, grauen Katzendame. Ruhig und stolz zugleich saß sie oft in der
Sonne, wie eine Sphinx. Mit Ruhe
und Gelassenheit ertrug sie einige Umzüge, nach 13 Jahren auch
noch einen Hund und später ihre Krankheit. Je älter sie wurde,
desto stärker wurde sie innerlich. Ihre Souveränität und Würde hat sie bis zuletzt
behalten. Sie gab mir immer ein Heimatgefühl, egal wo wir waren: Bonny
saß am Fenster und die Welt war in
Ordnung... Spiro : ein ausgesetzter Hundewelpe, den ich
aus einem Griechenlandurlaub mitbrachte und durch den ich mich erstmals
mit Hundeerziehung beschäftigte. Leider ziemlich unglücklich: ich kam an
eine Hundeschule nach alten Methoden, mit Wasserpistole, Bestrafung und
Alphawurf sollte ich meinem selbstbewussten, lebhaften Griechen zuleibe
rücken. In mir wehrte sich alles und mir wurde schmerzlich bewusst, dass
ich nicht fähig war, Spiro das Leben
zu bieten, das für ihn artgerecht wäre. Er
lebt heute mit seiner Gefährtin glücklich und zufrieden in einer
lieben, herzlichen Familie mit riesigem Grundstück. Später wurde mir klar, daß
ich wohl nur sein ´Transporter´ war, der ihn
in sein neues Leben bringen sollte. Er hat dafür den Grundstein
für meine neue Aufgabe gelegt weil ich in der Zeit nach ihm spürte,
daß ich mehr tun wollte, so ins Tierheim kam und dort Diana
und Rex traf. Aber das ist eine andere Geschichte...
In Griechenland nannten sie
Spiro ` Spithas` wegen seiner weißen Schwanzspitze, was soviel bedeutet
wie der Funke, der spirituelle Funke, erklärten sie
mir.. Luna: ein ängstliches dreifarbiges
Bauernhofkätzchen, die ich erstmals mit Bachblüten stabilisieren konnte.
Sie machte in vier Jahren tapfer zwei Umzüge mit und akzeptierte auch
Diana. Als aber immer mehr Tiere bei mir Einzug hielten und es sehr unruhig wurde,
kam sie immer seltener und suchte sich
selbständig ein neues Zuhause. Auch sie hat mich
immer wieder überrascht mit ihrer sensiblen,
verspielten Katzenseele und ich hätte ihr ein Weggehen
nicht zugetraut. Ich hatte sie unterschätzt und ihre Veränderung nicht rechtzeitig erkannt.
Seit der Zeit weiß ich, daß man auch kleine Veränderungen im Verhalten
einer Katze ernst nehmen muß aber das ist ein schwacher
Trost.. Mika: Ein rotweißer kleiner verletzter Kater,
der, nach Genesung, nicht mehr gehen wollte und noch heute, seit fünf
Jahren, bei mir ist. Er wurde zweimal angefahren, zweimal
eingesammelt, als vermeintlicher Streuner, und kam immer wieder zu
mir. Sein Selbstbewusstsein und sein Mut lassen mich auch heute noch staunen. Er ist
sehr flexibel, solange er seine Aufmerksamkeit bekommt, die er auch lautstark
einfordert, wenn nötig. Dadurch merke ich schnell, wenn er mal aus
dem Gleichgewicht geraten ist und kann helfend eingreifen. Er ist der unangefochtene
Chef in unserem kleinen Rudel, und er weiß
das! Diana: Eine 9 ˝
jährige Schäfer-Mix Hündin, die sieben Jahre im Tierheim verbracht hatte
und vorher nichts Gutes erlebt hatte. Daraus hatte sie Unsicherheit und
Mißtrauen entwickelt,
das öfters zu Zwicken u. Beißen führte. Nach dem Verlust von Rex war sie
sehr traurig und
ich nahm sie mit nach Hause. Durch sie befasste ich mich eingehend
mit Beschwichtigungssignalen, Angstaggression und
ungenügender Sozialisierung. Am meisten aber lernte ich, dass auch noch ältere Hunde
fähig sind, Vertrauen, Zuneigung und eine positive Bindung aufzubauen.
In unserer gemeinsamen Zeit wurde sie zu einer zufriedenen, ruhigen, lieben Hündin.
Endlich hatte sie das Genießen gelernt - und ich? Ich hatte gelernt, nicht
aufzugeben und auch kleine Fortschritte anzuerkennen. Diana hat mich
Geduld und Zuversicht gelehrt - wohl das Wichtigste für meine
Tätigkeit. Neva: Sie ist eine ca. 6-jährige sehr ängstliche
Hündin aus Spanien und nun erst einige Zeit bei mir. In ihrem bisherigen
Leben hatte sie sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Sie hatte
anfangs vor Allem und Jedem Angst und wollte nicht aus dem Haus. Langsam
bauen wir Vertrauen zueinander auf, es gibt immer wieder Rückschläge, es
gibt aber auch immer wieder Fortschritte. Wenn ich ihr zusehe, wie sie nun
glücklich über die Felder springt und voll positiver Erwartung auf mich
zuläuft, wenn ich merke, wie sie, bei angespannten Situationen, immer mehr
meine Nähe sucht, weiß ich, dass es das Richtige ist, was ich tue und dass
es zu einer Lebensaufgabe für mich geworden ist. All diesen Tieren, auch den Pflegetieren
und kurzzeitigen Mitbewohnern, durch die ich das Hunderudelverhalten
studieren konnte und den Wildtieren, denen ich bisher vielleicht ein
kleinwenig helfen konnte, habe ich zu danken weil ich immer dazulernen
durfte durch sie. Ich habe miterlebt, daß Tiere die selben Gefühle
haben und zeigen wie wir: Trauer, Verlust, Eifersucht, Angst, Freude, Übermut und Zuneigung. Wie
sie sich verändern wenn sie plötzlich in
einer Gruppe leben oder als Einzeltier mit ihrem Besitzer. All dies sind kostbare und wichtige
Erfahrungen für mein Tun. All den Tieren, die mir durch meine verhaltenstherapeutische Tätigkeit begegnen, habe
ich zu danken weil ich durch sie nicht stehen
bleibe, sondern immer weiter lerne und jedes Tier anders ist. Es ist immer
wieder ein Glücksgefühl wenn ich erleben kann, wie sich Beziehungen
zwischen Mensch und Tier, oft nach jahrelangen Missverständnissen, positiv
entwickeln. Natürlich gehört zu
einer verantwortungsvollen Tätigkeit auch die theoretische Fortbildung
aber das wahre Leben ist es, wie wir alle wissen, das immer wieder Überraschungen
bereithält und uns daran wachsen lässt. Nie aufhören anzufangen und
nie anfangen aufzuhören ..
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